Mittlerweile sind mehr als drei Jahre vergangen, seit Pascal und ich BeeBase gegründet haben. Bereits damals war für uns klar, dass wir kein Kleinunternehmen aufziehen wollen. Wachstum war somit stets ein wichtiger Aspekt bei unserer Planung, doch schon früh wurde uns bewusst, dass dies eine unserer grössten Hürden werden würde.

Ein kurzer Rückblick

Diejenigen, die uns seit unseren ersten Tagen begleiten, wissen, dass der Name BeeBase ein Resultat unseres ersten Wachstumsversuches ist. Als wir unsere Webagentur als GmbH in das Handelsregister eintragen liessen, stand dort nämlich der Name “dynamic reality”. Wir waren zu der Zeit zu zweit und unsere Ressourcen somit beschränkt. Folglich konnten wir nur kleinere Projekte annehmen, welche die Anstellung von weiteren Mitarbeitern nicht ermöglichten. Grössere Projekte wären wiederum nur mit zusätzlichen Arbeitskräften realisierbar gewesen. Nun gibt es verschiedene Optionen, dieses Problem anzugehen. Eine Option wäre gewesen Fremdkapital aufzunehmen. Für eine solch junge Firma, wie wir es damals waren, jedoch kaum realistisch, ohne die Zügel aus der Hand geben zu müssen. Da dies für uns zu keiner Zeit in Frage kam, mussten wir also andere Wege beschreiten. Schliesslich, haben wir uns folgendes überlegt. Wir brauchten Hilfskräfte in verschiedenen Disziplinen wie Design, Programmierung und Texten. In einer Studentenstadt, wie es Winterthur eine ist, müssten diese Talente doch zu finden sein. Da ein Vollzeitstudium durchaus Zeit für anderes zulässt und viele Studenten gezwungen waren, in ihrer Freizeit einem Job nachzugehen, um ihren Lebensunterhalt zumindest teilweise zu finanzieren, musste ein Nebenerwerb auf dem eigenen Fachgebiet doch eine lukrative Option darstellen. Von dieser Idee überzeugt, erschufen wir eine Jobplattform für Studenten und andere Interessierte mit Skills in den von uns benötigten Bereichen. Das ganze war im Grunde ganz simpel. Man konnte sich bei uns bewerben, um in den Pool aufgenommen zu werden. Hatten wir dann beispielsweise ein Projekt in der Pipeline, welches die Talente eines Designers bedurfte, so schrieben wir alle Personen dieses Bereiches an. Wer Zeit hatte und uns als geeignet erschien, bekam den Auftrag. Somit sollten für uns nur dann zusätzliche Kosten entstehen, wenn auch die entsprechenden Einnahmen gesichert waren.
Wir wollten diese Plattform vermarkten und auf uns aufmerksam machen. Daher haben wir uns einen Namen sowie ein Logo überlegt, dass zu unserer Idee von einer fleissigen, vernetzten Community passte. Es entstand BeeBase.
Schnell bemerkten wir, dass sich diese Marke sowie dessen Corporate Identity besser vermarkten liess, als unser damaliger Firmenname “dynamic reality”. So kamen wir zum Entschluss, unsere Firma umzubenennen. In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr 2016 krempelten wir unser komplettes Firmenbild um – ein Rebranding in Rekordzeit, begleitet von langen Nächten und Fastfood, waren das Ergebnis.

BeeBase wird erwachsen

Nun, die Idee von der Jobplattform hielt nicht lange an. Schnell merkten wir, dass Studenten nicht die zuverlässigsten Mitarbeiter sind, da ihr Fokus nunmal woanders liegt. Nämlich auf dem Erfolg ihres Studiums. Zudem stellte es sich als sehr schwierig heraus, Standards einzuführen und einzuhalten, wenn es sich bei den Ressourcen nur um befristete Arrangements handelte. Somit begannen wir, nach und nach Personen in einem festen Arbeitsverhältnis einzustellen. Angefangen mit Praktikanten, später dann mit voll ausgebildeten Mitarbeitern, überwanden wir die erste Hürde allmählich.

Die heutige Situation

Inzwischen sind wir im Hier und Jetzt angelangt – genauer gesagt im August 2019. Wir haben uns einen potenten Kundenstamm aufgebaut und unser Umsatz verteilt sich auf mehrere verschiedene kleinere sowie grössere Projekte. BeeBase beschäftigt aktuell sechs Personen zu einem jeweils achtzig- bis hundertprozentigen Arbeitspensum sowie einen Freelancer. Diese sind aktuell konstant ausgelastet und machen einen tollen Job. Immer wieder entstehen jedoch Spitzen, die nur mit zusätzlichem Einsatz abgearbeitet werden können. Mit der Anstellung eines weiteren Software Entwicklers könnte dies zwar besser abgefangen werden, jedoch birgt dies ein grosses Risiko für unsere Firma in der aktuellen Grösse. Obwohl immer wieder eine Überlast an Aufträgen ansteht, würde diese eine neue Stelle nicht komplett auslasten. Erneut stehen wir also vor der Hürde des Wachstums.

Ein nachhaltiger Ansatz

Als Geschäftsführer einer Firma steht ganz oben auf der Liste die Verantwortung. Die Essenz darin liegt im Vertrauen, welches einem Mitarbeiter, Kunden, Partner und sogar enge Familienmitglieder entgegenbringen. Vertrauen in Fähigkeit, Respekt, Wertschätzung und Wohlwollen. Unsere Mitarbeiter vertrauen auf unsere Entscheidungen – vertrauen darauf, dass wir sowohl im Interesse der Firma, nicht zuletzt aber auch zum Wohl ihrer selbst entscheiden. Da wären wir nun. Wir möchten unser Team erweitern, jedoch zu einem Risiko, welches die aktuell besetzten Arbeitsplätze von BeeBase nicht gefährdet. An diesem Punkt kommt ein Thema ins Spiel, welches bei einigen Firmen ein Tabu ist. Die Rede ist von Nearshoring. Zugegeben, wir waren zu Beginn auch skeptisch. Ein kleiner Spoiler an dieser Stelle: Unsere Skepsis hielt nicht lange an.
Dank einem Freund in unserem Business-Netzwerk kamen wir in Kontakt mit einer kleinen Firma aus Polen, welches sehr interessant schien. Das Team war noch jung und unser Freund hatte mit seiner Firma bereits seit ein paar Jahren zusammengearbeitet und sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir redeten nicht lange um den heissen Brei und buchten uns einige Tage später einen Flug nach Krakau. Der Gründer der Firma – selber ein erfahrener Software Engineer löcherte uns mit diversen Fragen über unsere Philosophie sowie unsere Projekte. Wir taten es ihm gleich und nutzen die Gelegenheit, ihn und sein vierköpfiges Team aus technischer Sicht unter die Lupe zu nehmen. Wir verstanden uns auf Anhieb und merkten schnell, dass wir dieselben Werte vertreten. Er hat hohe Ansprüche an sich selbst, sein Team sowie an alle, mit denen er zusammenarbeitet. Dies gefiel uns besonders, da wir zu Beginn etwas voreingenommen bezüglich der zu erwartenden Qualität waren. Diese Bedenken verloren wir jedoch rasch. Nach unserer Rückkehr nach Winterthur war für uns klar, dass wir einen Versuch wagen wollten.
Seit Oktober haben wir nun Mieszko als fixes Mitglied unseres Teams bei BeeBase mit an Board. Angestellt in Polen, ist er bei uns voll integriert und nimmt ein 100% Pensum wahr. Er hilft bereits bei seinem ersten Projekt bei uns mit und arbeitet sich nach und nach ein. Dank unserer Remote-working-Philosophie mussten wir dafür nicht viel an unserer Arbeitsweise anpassen. Lediglich die Sprache während internen Meetings ist neu Englisch statt Deutsch.

Der Impact für unsere Kunden

Für unsere Kunden ändert sich dabei gar nichts. Der direkte Kontakt findet noch immer vor Ort statt. Ebenso die Projektleitung sowie die Qualitätsprüfung. Als Firma sind wir jedoch breiter aufgestellt und können flexibel auf schwankende Auslastungen reagieren. Fällt für einen gewissen Zeitraum etwas weniger Arbeit an, wird an internen Prozessen und Tools gearbeitet, um auch zukünftig eine top Kundenbetreuung zu ermöglichen.

– Nino –

PS: An dieser Stelle möchten wir uns ganz Herzlich bei der Firma Brickwork Ventures GmbH aus Winterthur für ihre Unterstützung bedanken.