Über dieses Thema hört man heutzutage viel. Meistens wird dabei auf die offensichtlichen Vor- und Nachteile eingegangen wie z. B. dass man sich seine Arbeitszeit flexibel einteilen kann, aber dafür die Selbstdisziplin sehr hoch sein muss usw. Natürlich sind diese Punkte erwähnenswert, gerne möchte ich den Scheinwerfer aber auf andere Facetten dieser Art des Zusammenarbeitens richten.

Als mein Partner und ich damals BeeBase gegründet haben, war für uns eines von Anfang an selbstverständlich: Wir wollen Ortsunabhängig agieren können!
Weshalb? Klar ist es schön, wenn man vom Home-Office aus arbeiten und nebenbei gemütlich seine Wäsche waschen kann. Doch das war nicht der entscheidende Punkt. Auch die Kosten, welche ein fixes Office mit sich bringt, waren nicht ausschlaggebend für unsere Entscheidung. Im Gegenteil. Wir wollten unbedingt ein stationäres, eigenes, gemeinsames Büro unser eigen nennen. Nein – der wirkliche Grund war, dass wir unsere Firma aus unserem eigenen Leben erschufen. Das bedeutet, wir wollten nicht die Art von Selbständigen sein, die morgens zur Arbeit gehen und abends nach Hause kommen, um ihr tagsüber pausiertes Leben fortzuführen. Vielmehr entschieden wir uns, unser Leben neu auszurichten. Die Führung unserer Firma ist nicht Teil unseres Lebens – sie ist ein Teil von uns. Klar sieht die Realität zu Anfang eines Start-ups etwas anders aus. Man vernachlässigt seine Freunde und Familie und ist praktisch rund um die Uhr in der Firma. Wenn nicht physisch, dann bestimmt mit den Gedanken. Da wir aber stets ein Auge in die Zukunft richten, sieht unsere Vision etwas anders vor: Die Firma sind wir alle, jedes einzelne Teammitglied. Wir haben dieses eine Leben auf sicher, was danach kommt, weiss keiner von uns. Dieses Leben wollen wir geniessen, wollen es leben, wollen Spass haben und wollen etwas bewirken. Unsere Spuren hinterlassen.

Nun, lange Rede kurzer Sinn, zusammengefasst bedeutet das: Wenn es in der Schweiz kalt ist und wir uns nach Sonne und Strand sehnen, dann packen wir unsere sieben Sachen und leben für eine Zeit lang am Meer. Dabei ändert sich rein gar nichts an unserer Tätigkeit. Wir erledigen weiterhin zuverlässig unsere Arbeit. Wir stehen im engen Kontakt mit unseren Kunden, Partnern sowie mit uns selbst. Wir haben Zugriff auf alle Tools, die wir auch in unserem Office in Winterthur benutzen. Wir arbeiten nach denselben Prozessen, nach denen wir uns auch in Winterthur richten. Wir sind ganz einfach BeeBase – das Web Start-up aus Winterthur. Wir bieten nicht einfach nur eine Dienstleistung im Web an. Wir leben das Web!

Soviel einmal zur persönlichen Motivation. Nun möchte ich das Ganze jedoch auch aus wirtschaftlicher Sicht beleuchten.
Der Mensch will grundsätzlich immer zu den Besten gehören. Zu den Besten im Sport, zu den Besten im im IQ-Test, zu den Besten im eigenen Handwerk etc. So wollen natürlich auch wir die Besten in unserer Branche sein.
Nun wäre es aber etwas naiv zu behaupten: “Wir sind eine kleine Firma aus Winterthur und die Besten in unserem Gebiet!”. Wer würde uns schon glauben, dass die Besten Mitarbeiter – und diese machen die Qualität der Dienstleistung letztlich aus – alle in und rund um Winterthur leben? Das ist ganz einfach Schwachsinn. Die besten Leute findet man dort, wo sie sich nunmal wohlfühlen. Wenn wir also die Besten sein wollen, können wir uns nicht auf einen Ort beschränken.
Ein weiterer Punkt ist die immer stärkere Belastung der Strassen sowie des ÖV-Netzes. Was macht es für einen Sinn, die Autobahnen um zusätzliche Spuren zu erweitern oder das Bahnnetz auszuweiten? Im Endeffekt bekämpft man damit ein Symptom, dass in ein paar Jahren wieder an dieselben Grenzen stösst. Wichtig ist doch, dass man die Ursache behandelt. Viele Personen leben nicht am selben Ort, an dem sie arbeiten. Dadurch müssen sie jeden Tag pendeln, verlieren viel wertvolle Zeit – und das alles nur, um danach mit ein paar hundert Anderen im selben Büro zu sitzen? Mir ist natürlich bewusst, dass dies nicht für jede Berufsgattung stimmt und man in gewissen Branchen nunmal ortsabhängig ist. Doch wir sind es nicht, also sollten wir doch mit gutem Beispiel vorangehen. Mit Remote Working, also dem Arbeitsplatz der Zukunft ;).
Eine weitere Erscheinung, die man oft sieht, ist die folgende: Ein Unternehmen entscheidet sich, in einer neuen Stadt Fuss zu fassen und mietet sich an einer zentralen, teuren Lage ein. Da steht sie dann, mit einer horrenden Miete, viel leerer, ungenutzter Fläche und wartet auf potentielle neue Mitarbeiter. In der heutigen Zeit schiessen Coworking Spaces aus dem Boden wie Gras auf einer Wiese. In jeder grösseren Stadt lassen sich Arbeitsplätze flexibel mieten. Interieur ist bereits vorhanden, man geniesst eine konzentrationsfördernde Atmosphäre und hat zudem auch noch Kontakt zu gleichgesinnten. Solange die Firma nur wenige Mitarbeiter am neuen Standort eingestellt hat, entstehen tiefere Kosten als bei jedem anderen Arbeitsplatz.

Das Wieso wäre nun also geklärt. Bleibt noch die Frage offen, wie wir das bei BeeBase umsetzen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir grosses Glück haben, auf etablierte Software grosser Unternehmen zurückgreifen zu können, die in den vergangenen Jahren den Weg in diese Richtung für uns geebnet haben. Das Herzstück unseres Tool Stacks bildet die G Suite von Google, welche extra für Businesszwecke geschaffen wurde. Daraus verwenden wir Gmail als unseren E-Mail-Client bzw. die neue Google Inbox, welche Mails als Tasks interpretiert. Über den Google Calendar haben wir von überall her Zugriff auf unsere Termine. Wenn wir beispielsweise ein Meeting aufsetzen, beinhaltet der Termin automatisch einen Google Hangouts Link, damit Personen auch remote dem Meeting beiwohnen können. Damit wir unsere Daten immer griffbereit haben, sind diese in Google Drive for Business abgelegt. Des Weiteren verwenden wir Google Sites für unser internes Wiki, wo wir unser erarbeitetes Wissen festhalten und fortlaufend pflegen sowie ausbauen.
Für die interne Kommunikation nutzen wir Slack. Es bietet eine einfache Möglichkeit, sich zu unterhalten, Informationen auszutauschen und Benachrichtigungen zu erhalten.
Um unsere Projekte sowie die Tasks einzelner Mitarbeiter stets unter Kontrolle zu behalten, verwenden wir Trello. Es ist einfach zu bedienen und beinhaltet gerade einmal so viel Funktionalität, wie man effektiv braucht. Übrigens ein weiterer Vorteil der G Suite: Wir benötigen für alle unsere Tools lediglich ein Login.

Wenn man unseren Tool Stack so betrachtet, heben wir uns vermutlich kaum von anderen Start-ups ab. Es handelt sich bei allen Tools um weit verbreitete Software. Das ist gut so, denn in erster Linie müssen sie funktionieren und ein ausreichendes Mass an Sicherheit mit sich bringen. Und natürlich haben sie alle etwas gemeinsam: Sie können von überall verwendet werden. Zumindest, wenn man eine Internetverbindung hat.

– Nino –

Wolltest du schon immer wissen, wie es für einen Studenten ist, in ein Start-up zu kommen? Dann könnte dich die Blog Reihe von unserem Social Media Manager Luca ebenfalls interessieren.