Die Skandale im Social-Media-Bereich sind wohl an kaum jemandem vorbei gegangen. Doch wird sich dadurch vieles ändern? Oder ist das alles in kürzester Zeit wieder vergeben und vergessen?

Mögliche Veränderungen

Facebook beispielsweise, hat in den letzten Jahren bereits an Nutzern verloren, während andere Social-Media-Seiten gleichbleibende oder sogar steigende Nutzerzahlen verzeichnen. Weitere Veränderungen sind die genauere Überprüfung der Datenschutzangaben und vorsichtigere Veröffentlichungen privater Fotos und Beiträge. Facebook verliert laut Experten an Attraktivität, was nicht zuletzt auf die Skandale zurückzuführen ist. Social Media insgesamt ist dennoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Alltags. Nicht ohne Grund lassen sich Social-Media-Unternehmen ständig neue Funktionen einfallen, wie beispielsweise Stories bei Facebook, Instagram und WhatsApp. Diese finden bei Nutzern grossen Anklang und werden immer beliebter, was eine Bestätigung für diese Unternehmen darstellt.
Welche Veränderungen sind noch möglich? Viele Nutzer könnten sich über die Weitergabe von Daten und Fotos beschweren, was die Hoffnung aufkeimen lässt, dass die Social-Media-Unternehmen künftig vorsichtiger mit der Privatsphäre umgehen. Sicher ist dies allerdings nicht.
Auch nach einer „Austrittswelle“ die verschiedene Social-Media-Seiten betreffen könnte, ist es möglich, dass die betroffenen Seiten für Nutzer attraktiver werden möchten und ihre Datenschutzbestimmungen anpassen. In welcher Form das passieren würde ist jedoch nicht vorhersehbar.

Was spricht gegen Veränderungen?

Social Media ist bereits fest in das Leben vieler Menschen integriert. Auch zahlreiche Skandale werden nicht dazu führen, dass Unternehmen wie Facebook und Instagram komplett untergehen. Nutzer werden nach einiger Zeit wieder in Sicherheit gewogen, die Skandale werden verdrängt; Social Media wird weiterhin genutzt.
Auch Unternehmen werden diese Medien trotz Sicherheitsbedenken weiter verwenden. Ein plötzlicher Rückzug könnte für Unternehmen, die bisher einen Grossteil ihrer Kommunikation über Facebook & Co. geführt haben, starke Umsatzeinbussen bedeuten. Sie könnten sogar Kunden verlieren und ihren Ruf verschlechtern. Privatpersonen hingegen haben häufig die Sorge, etwas zu verpassen, wenn sie nicht die selben Seiten nutzen wie ihre Freunde, Verwandten und Arbeitskollegen. Auch der Drang, sich mitzuteilen und andere an seinem Leben teilhaben zu lassen, kann ohne Social Media nicht mehr so leicht befriedigt werden. Wem könnte man dann zeigen, wo man gerade seinen Urlaub verbringt? Wie gut der neue Haarschnitt aussieht? Oder in welchem Restaurant man gerade etwas unglaublich leckeres isst? Über Briefe würde diese Art der Kommunikation nicht funktionieren.
Skandale in verschiedensten Lebensbereichen und in etlichen verschiedenen Branchen gab es schon immer – doch die betroffenen Unternehmen wurden häufig trotzdem weiter genutzt. Skandale kommen und gehen, sie werden öffentlich gemacht und wieder verdrängt.
Influencer bei Facebook und Instagram werden immer bekannter, ihr Einkommen ist abhängig von Social Media, weshalb sie ebenfalls nicht mit der Nutzung aufhören und es weiter promoten werden.
Auch die Messaging-Dienste sind ein relevanter Kommunikationskanal, der nicht von jetzt auf gleich wegzudenken ist. Unternehmen kommunizieren darüber mit Privatpersonen, Privatpersonen mit anderen Privatpersonen; sogar Beschwerdemanagement ist darüber möglich. Ohne diese Dienste würde die Kommunikation wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Insgesamt werden vermutlich kleinere Veränderungen vorgenommen, doch nach ein wenig Zeit werden die Skandale verdrängt – es wird ‚Gras über die Sache wachsen‘ und die Social-Media-Nutzung wird weitergehen. Möglicherweise sogar ohne schwerwiegende Veränderungen, denn die Nutzer könnten toleranter und weniger empfindlich werden. Dennoch sollte jeder für sich selbst entscheiden, welche Art von Skandal tragbar ist und wann ein Schlussstrich gezogen werden muss – auch wenn dies nicht immer leicht fällt.

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