Ehrlich gesagt war ich erleichtert, als ich mein Studium beendet hatte und mich nicht mehr überwinden musste, die Schulbank im Vorlesungssaal zu drücken. Kurz zur allgemeinen Erklärung; im Sommer vergangen Jahres habe ich mein Bachelorstudium in Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt BWL an der Universität Zürich abgeschlossen. Während des Studiums wird man bereits ein bisschen auf die Arbeitswelt vorbereitet – denkt man! Denn dem war nicht ganz so, die trockene Theorie unterscheidet sich oftmals von der Praxis im Job. Ein Wort das mich jedoch während des ganzen Studiums bereits begleitete, war der Begriff des “Start-ups”. Es wird sehr viel erzählt, wie sich ein Start-up erfolgreich entwickeln kann oder eben auch gegenteilig. Aber der Anreiz früher oder später mit einem Start-up in Kontakt zu kommen, war für viele aufgrund des Risikos nicht vorhanden.

Als ich nach Beendigung meines Studiums auf der Suche nach einem Praktikumsplatz war, machte sich die komplexe Arbeitswelt ein erstes Mal bemerkbar. Vermehrt wird nach Universitätsabgängern mit Erfahrung gesucht. Obwohl ich während des Studiums bereits einer Arbeit nachging, war diese Erfahrung zu unwichtig oder in der falschen Branche. Trotz allem versuchte ich den ersten Schritt in die Wirtschaft zu machen, indem ich ein Praktikumsplatz bei einem der grösseren Unternehmen in der Schweiz anstrebte. Ich wurde jedoch sehr oft von den sehr tiefen Entlohnungen für Praktikanten überrascht und auch enttäuscht. Für mich war das Geld nicht der entscheidende Faktor. Vielmehr wollte ich keine eintönige Hilfsarbeit verrichten. Jedoch sollte es finanziell für einen normalen Lebensunterhalt ausreichen. Und dies tat es oft (leider aber wahr) nicht. Da jedoch mein Thailand-Urlaub kurz bevorstand, war dieses Thema für den Moment schnell vom Tisch.

Zurück in der Schweiz traf mich der Ernst des Lebens wieder und ich musste mich mit der Arbeitssuche weiter anfreunden. Bei einem gemütlichen Bier mit einem ehemaligen Arbeitskollegen stellte sich dann heraus, dass er als Unternehmer in seinem Start-up auf der Suche nach einem geeigneten Praktikanten war. Obwohl ich sowohl ihn, wie auch seinen Geschäftspartner bereits kannte, fiel mir die Entscheidung nicht ganz leicht. Meine grösste Angst war es, dass mir eine andere Möglichkeit dadurch entgehen könnte. Viele Fragen gingen mir in dieser Zeit durch den Kopf. Könnte mir was anderes besser gefallen, da ich noch keine Erfahrungen gemacht habe? Ist das Arbeiten in einem Start-up nicht zu riskant als erster Job? Diese und weitere Fragen beschäftigten mich. Nach aufschlussreichen Gesprächen mit den Eltern und Bekannten, entschied ich mich diese Chance anzunehmen.

Meine Überlegungen hinter dieser Entscheidung waren wie folgt:

Ich komme direkt von der Uni, ohne grosse Erfahrung was Arbeiten in der Wirtschaft anbelangt. Irgendwo muss der Anfang gemacht werden und bekanntlich ist das Finden des ersten Jobs nach dem Universitätsabschluss das Schwierigste. Zusätzlich sehe ich in einem Start-up mehr als in einem klassischen Unternehmen und dies war für mich sehr wichtig. Des Weiteren wusste ich, dass ich mit meinen Vorgesetzten auf einer ähnlichen Wellenlänge bin, was die Arbeit hoffentlich erleichtern würde. Innerhalb kürzester Zeit änderte sich mein Leben somit markant. Ich musste morgens wieder zu Normalzeit aufstehen und im Gegensatz zum Studentenleben hatte ich ab sofort geregelte Arbeitszeiten. Die Vorteile sind daher sicherlich, dass nach dem nach Hause kommen keine Stunden mit Büchern und Lehrmaterial verbracht werden musste. Weiter merkte ich, wie froh ich war zu arbeiten, als meine Freunde in die amüsante Phase der Prüfungen kamen. Klar vermisst man das oftmals gemütliche Leben als Student, wo man kommen und gehen kann wie man will. Jedoch lernt man als Arbeitnehmer die Freizeit noch ein Stück weit mehr zu schätzen und sieht sie nicht als selbstverständlich an. Was jedoch aus dem Praktikum anschliessend wurde, konnte ich mir anfangs noch nicht ausmalen.

Rückblickend muss ich klar sagen, die Gespräche und Tipps meiner Eltern und Bekannten waren richtig und die Überlegungen stellten sich als wahr heraus. Manchmal wirkt die Arbeitswelt, wenn man sich mit ihr anfreunden will, als leicht einschüchternd und es kann schnell eine gewisse Verunsicherung entstehen. Trotzdem sollte man über den eigene Schatten springen und sich auf neue Herausforderungen einlassen. Auch wenn das Leben sich leicht ändern wird und neue Risiken auftauchen, ist man besonders in den jungen Jahren noch genug flexibel und frei, um sich darauf einzulassen.

In nächster Zeit werde ich gerne weiter meine Entwicklung von einem Studenten zu einem in die Wirtschaft eingegliederten Arbeiter mit euch teilen. Wie schon gesagt, es blieb nicht bei einem Praktikum. Ebenfalls bietet das Arbeiten in einem Start-up eine grosse Vielfalt an spannenden Einblicken, welche ich mit einem anderen Job womöglich nicht gehabt hätte.

Wie es mit mir weiter ging, erfahrt ihr in zwei Wochen in der Fortsetzung von „BeeHind The Scenes“.

Cheerio, Luca

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