Eine klare Vision zu haben, ist wichtig. Soll diese nicht nur für einen selber, sondern für ein ganzes Team gelten, reicht das leider noch nicht. Dann wird es nämlich wichtig, dass man andere in denselben Bann ziehen kann. Klingt nach einem alten Hut, ich weiss. Zu Beginn dieses Monats wurde mir dies jedoch erstmals so richtig bewusst. Als wir im Januar in unser drittes Geschäftsjahr mit BeeBase gestartet sind, haben wir uns intensiv mit der Planung für 2019 beschäftigt. Als wir dann die Präsentation der Ziele vorbereitet hatten, haben wir festgestellt, dass wir unsere Vision in der Vergangenheit sehr schlecht auf unsere Mitarbeiter übertrugen. Der Grund dafür liegt auf der Hand – während wir zwar unsere Vision immer wieder predigten, haben wir sie selbst nie wirklich vorgelebt. Ich spreche das Thema ‘Remote Working’ an. Als zentraler Bestandteil unserer Firmenkultur, war es für uns stets ein wichtiger Eckpfeiler. Wir träumten von Beginn an, nicht an einen Ort gebunden zu sein. Stets mit diesem Bild in unseren Köpfen, pendelten wir jeden Tag in unser Office und wieder nach Hause. Wie paradox ist das denn bitte?! Vor zwei Wochen entschieden wir schliesslich, etwas daran zu ändern. Anstatt davon zu schwärmen, wie wichtig Remote Working für den zukünftigen Erfolg vieler Firmen sein würde, war es nun an der Zeit, dies vorzuleben.

Vormachen statt vorplappern

Eigentlich war das schon immer möglich bei BeeBase. Jeder Mitarbeiter konnte gelegentlich von woanders aus arbeiten. Nun ist uns aber aufgefallen, dass unsere Mitarbeiter eine gewisse Hemmschwelle zeigten und nur zögerlich von dieser Option gebrauch machten. Wen wunderts? Wenn die Geschäftsleitung jeden Tag im Office arbeitet, suggeriert das vermutlich, dass das von einem selbst auch erwartet wird. Aus diesem Grund haben wir nun unser Büro zur Option degradiert. Statt: “Man darf auch mal von woanders aus arbeiten.”, gilt neu: “Jeder hat seine Tasks zu finalisieren und zu gewissen Zeiten verfügbar zu sein. Wenn man möchte, steht ein eingerichtetes Office mit Arbeitsplätzen zur Verfügung.” Natürlich gilt das für jede einzelne Person bei BeeBase, somit auch für die Geschäftsführer. So kommt es, dass Pascal und ich in nächster Zeit ebenfalls häufiger auswärts arbeiten werden. Natürlich nutzen wir diese Gelegenheit gleich auch dazu, neue Orte, die zum Arbeiten geeignet sein könnten, zu erkunden. Schliesslich sind die eigenen vier Wände auf Dauer eher eintönig und man vermisst den Kontakt zu anderen Menschen. Falls jemand also gute Ideen und Erfahrungen hat – immer her damit (nino@beebase.ch)!

Transparenz und klare Kommunikation

Diese neue Philosophie des Arbeitens bringt selbstverständlich auch ihre Schwierigkeiten mit sich. Zum einen muss man aktiver auf ander Mitarbeiter zugehen und kommunizieren. Konversation entsteht nicht mehr beiläufig sondern viel mehr bewusst und gezielt, trotz E-Mail und Chat. Zum anderen ist ein Tag im Office nicht mehr dasselbe, wenn alle anderen von woanders arbeiten.
Aktuell haben wir noch nicht für alle Problemstellungen eine Lösung, aber diese werden wir vorzu gemeinsam erarbeiten. Die Kommunikation könnte beispielsweise durch fix eingeplante Videochats angeregt werden. Ab und an ein Treffen zum gemeinsamen Lunch wäre auch denkbar – sofern man in derselben Region arbeitet. Was die eventuelle Einöde im Office angeht, so haben wir intern die Abmachung getroffen, dass jeder zu Beginn der Woche seine Remote-Tage im Kalender einträgt. Da dies vermutlich dennoch dazu führen wird, dass wir in Zukunft des Öfteren ein leeres Office vorfinden werden, haben wir uns zudem dazu entschieden, unsere Arbeitsplätze kostenlos mit anderen zu teilen (https://beebase.ch/coworking).

Fazit

Letztlich bin ich der festen Überzeugung, dass unsere neue Arbeitsweise funktionieren kann, solange die Kommunikation aktiv gefördert und das gegenseitige Vertrauen respektiert wird. Als Mehrwert hat man die Möglichkeit, seinen Arbeitsraum frei zu gestalten und die Kluft zwischen Leben und Arbeiten etwas zu verkleinern.

– Nino –